Rag Dolls

Als sich im November 2006 in der Schulmensa der Kanti Olten die inzwischen selbsternannte „most female male band” zusammenfand, stand noch der Gedanke Rock ‘n’ Roll im Vordergrund. Die Bandgründung vollzog sich nach bekannt pragmatischen Prinzipien: Elias von Arx spielte Gitarre, Samuel Hool Schlagzeug und Läli Spring hatte zu Hause einen alten Bass und durfte deswegen auch mitmachen. Und auch den Namen, den die Band erhalten sollte, war schnell klar, meint Elias, Sänger und Gitarrist der Band: „Ich habe mit 14 oft das Lied „Bad Boys Rag Dolls“ von Krokus gehört  und fand Rag Dolls einfach einen super coolen Namen. Nachdem wir ihn dann lange Zeit nicht mehr so toll fanden, haben wir uns daran gewöhnt und finden, dass er einfach zu uns gehört.“ Ein paar Monate später folgte sodann auch schon der erste Auftritt der RAG DOLLS und eine Demo mit dem bezeichnenden Titel „Shit happened“ wurde im heimischen Keller aufgenommen.
Mit einem Durchschnittsalter von 15 Jahren bewiesen die Rag Dolls schon in ihrer Anfangszeit, dass sie sowohl über außerordentliches Talent als auch über einen exquisiten Musikgeschmack verfügten: Von AC/DC über Rolling Stones bis Aerosmith! So mancher Altrocker freute sich über den Stil des jungen Trios.
Mit viel Enthusiasmus und einem guten Schuss Selbstironie wurde 2008 dann gleich die erste EP „Look like idiots, play like Gods“ eingezimmert – diesmal bereits nicht mehr im Keller, sondern im Studio. Es folgten zahlreiche Konzerte in der Schweiz und die Teilnahme an mehreren Bandwettbewerben, bei denen die Band aus dem Stand jeweils locker in die Endrunde sprang und sogar so einige erste Plätze sichern konnte.

 

Weitaus weniger gesichert war dagegen der Platz am Schlagzeug, bis schliesslich 2010 mit Simon Moll – welcher übrigens von allen drei als Lieblingsbandmitglied bezeichnet wird – endlich der passende Mann gefunden wurde.
Mit der Zeit veränderte sich auch der musikalische Geschmack der Band und so wurde auch der Stil angepasst und modernisiert. Man bewegte sich mehr Richtung Indie-Rock und Powerpop, ohne natürlich die eigentlichen Rock’n’Roll Wurzeln zu verleugnen. Es lohnte sich: Nach einem Durchmarsch bei Emergenza – dem weltgrössten Bandcontest – von den schweizer Vorrunden, über‘s Deutschland Finale in Berlin, schafften sie es bis ins Weltfinale und konnten sich sogar einen Top 10 Platz sichern. Ebenfalls feierte man kurze Zeit später bei einem Auftritt am Openair Gampel das 100. Konzert.
Nun wurden etliche Konzerte im In- und Ausland gespielt, eine grosse und loyale Fangemeinde aufgebaut und 2012 trafen die Rag Dolls dann wohl die allerbeste Entscheidung ihrer Band-Geschichte: sie bewarben sich beim MyCokeMusic Soundcheck – dem grössten Bandwettbewerb der Schweiz – und gewannen ihn prompt. Dank einem Preisgeld von 20’000Fr., einem Jahr Bandcoaching durch das MyCokeMusic- Team und hoher Medienpräsenz haben sich die Jungs mächtig weiterentwickelt. In Schweden hatten sie sodann die einmalige Chance mit dem Hit-Produzenten Lasse Martén (Pink, Kelly Clarkson, Johnossi) zusammenzuarbeiten und in den berühmt-berüchtigten Decibel-Studios ihre EP produzieren zu lassen.
Heute, ein Jahr später und um sehr viele Erfahrungen reicher, sind sie mit ihrer ersten Single und der dazugehörigen EP „Bought and Sold“ am Start und bereit, mit ihrem Indie-Rock die Welt zu erobern: „Unser Ziel ist es, dass die Rolling Stones einmal unsere Vorgruppe sind“ sagt Elias, der Sänger und Gitarrist der Band verschmitzt lächelnd. Wer weiss, falls Mick Jagger und Co. noch so lange durchhalten, erfüllt sich vielleicht auch dieser Traum.
Rag Dolls. Irgendwie anders, irgendwie sexy und vor allem: irgendwie sehr gut!